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Gasnetzstilllegung

Heute wurde im Umweltausschuss des Buchholzer Stadtrates über einen Antrag zur Planung der Stilllegung des Buchholzer Gasnetzes beraten. Denn der Gasausstieg ist bundesweit bereits beschlossene Sache. Deutschland hat sich das Ziel gesetzt, bis 2045 klimaneutral zu sein. Das geht nur mit einem Ausstieg aus fossilen Energien.

Dafür bleiben noch 19 Jahre. Das ist nicht mehr so lange hin und kürzer als die Lebensdauer so mancher Heizungsanlage. Da Niedersachsen bis 2040 und Buchholz bis 2035 klimaneutral werden will, drängt folglich die Zeit.

Seit Vorlage der kommunalen Wärmeplanung für Buchholz im Herbst 2025 ist zudem klar, dass das bestehende Buchholzer Gasnetz nicht sinnvoll für Wasserstoff oder Biogas genutzt werden kann. Somit ist auch klar, dass dieses Netz bis 2045 stillzulegen ist. Dieses muss sorgfältig geplant werden, damit die Netzstilllegung nicht unkontrolliert verläuft, möglichst kostengünstig erfolgt und die Stadtgesellschaft damit nicht überfordert wird. Fehlinvestitionen in Infrastruktur und Heizungslösungen können nur mit einer strategischen Planung zur Gasnetzstilllegung vermieden werden.

Die Buchholzer Stadtwerke sollten daher mit dem zuvor genannten Antrag dazu aufgefordert werden, sich strategische Gedanken zur zukünftigen Nutzung des Gasnetz in Buchholz zu machen und die Buchholzer Bürger:innen rechtzeitig über die Planungen zu informieren.

Damit hängt auch zusammen, dass die bisherigen Gewinne der Stadtwerke aus dem Gasgeschäft bislang zur Deckung der defizitären Geschäftsbereiche Buchholz Bad und Buchholz Bus herangezogen wurden. Das fällt nun in absehbarer Zeit weg. Unserer Meinung nach kann man daher nicht früh genug damit beginnen, die notwendige Stilllegung des Gasnetzes zu planen.

Im Umweltausschuss hatte der Antrag daher auch bei Bündnis 90 / Die Grünen, Buchholzer Liste und WIR für Buchholz Unterstützer:innen gefunden. Die SPD enthielt sich der Stimme, während CDU, FDP und AfD sich gegen den Antrag aussprachen. Begründung: Man wolle abwarten, wie der Gesetzgeber die Gasnetzstilllegung plant. Da mache es angeblich wenig Sinn, in Buchholz vorzupreschen, zumal da eine deutsche Umsetzung des entsprechenden EU-Rechts bis Anfang August zu erfolgen hat.

Im Ergebnis stimmte der Ausschuss mit drei Pro-Stimmen, vier Contra-Stimmen und einer Enthaltung gegen den Antrag.

Unf*cking fassbar!

Antrag (VO 21-26/0973.001) inkl. Stellungnahme der Buchholzer Stadtwerke