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Aktion Bericht Information

Wasser in der Krise

Das Institut für Wasser, Umwelt und Gesundheit der Universität der Vereinten Nationen schrieb Anfang des Jahres, dass sich die Wasserlage weltweit zuspitzt und man nicht mehr nur von einer vorübergehenden Wasserkrise sprechen kann, sondern inzwischen von einem globalen Wasserbankrott sprechen muss. Siehe hier.

Auch wir spüren die Auswirkungen von Wasserknappheit und zunehmender Dürre in den Sommermonaten. Landwirte müssen z. B. vermehrt ihre Felder beregnen, damit Getreide und Gemüse überhaupt noch wachsen können. Wälder sterben durch Schädlingsbefall, weil sie durch Trockenheit anfällig geworden sind. Die Hitzewellen nehmen die letzten Jahre weiter zu. In Spanien, Frankreich und Schottland wüteten große Brände. Rhein, Donau und viele weitere Flüsse Europas haben historische Tiefststände zu verzeichnen. Das Büsenbachtal und der Buchholzer Steinbach sind trockengefallen.

Der menschengemachte Klimawandel hat einen enormen Einfluss auch auf unsere Wasserressourcen. Es ist an der Zeit, endlich zu handeln. Um zu informieren und aufzuklären, hatten wir im September den Themenmonat „Wasser in der Krise“ ausgerufen. Das Thema hatten wir bereits bei unserem Filmfestival und bei unserer Fotoaustellung an Gleis 1 aufgegriffen.


Nachhaltiges Wasserressourcen-Management im Zeichen des Klimawandels

03.09.2026 – Vortrag von Prof. Dr. Dr. h.c. Dietrich Borchardt, Hydrobiologe am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ)

Der Klimawandel verändert den Wasserhaushalt Deutschlands bereits spürbar – mit wachsendem Risiko für Dürreperioden, Hitzewellen und Starkregenereignissen. Bei einer weiteren Erderhitzung um 1,5 bis 3 Grad werden sich diese Effekte auf den regionalen Wasserhaushalt weiter verschärfen. Gleichzeitig wandeln sich die Wassernutzungen selbst grundlegend: Der Bedarf sinkt in manchen Bereichen, etwa durch rückläufigen Bergbau oder veränderten Kühlwasserbedarf der Energiewirtschaft, während er in anderen Sektoren, etwa der Landwirtschaft, steigt.

Im Zentrum des Vortrags von Prof. Borchardt, eines der renommiertesten Wasserexperten Deutschlands, stand daher die Frage, wie sich Wassernutzung, Gewässerschutz und Biodiversität künftig in Einklang bringen lassen und welche Strategien Politik, Wirtschaft und Gesellschaft jetzt entwickeln müssen, um die Wasserversorgung auch in trockenen Jahren zu sichern.

Mit ca. 80 Gästen ein gelungener Auftakt unseres Themenmonats.


Alles im Fluss!? – Wasser in der Krise

04.-30.09.2026 – Wanderausstellung der Stiftung Leben & Umwelt / Heinrich Böll Stiftung Niedersachsen in Kooperation mit dem BUND

Fotomontage: Stiftung Leben & Umwelt / Heinrich Böll Stiftung Niedersachsen

Im ganzen September zeigten wir in der Stadtbücherei die Ausstellung „Alles im Fluss!? – Wasser in der Krise“. Bereits beim Aufbau kamen die ersten Interessierten. Wie viele Besucher:innen es insgesamt waren, können wir leider nicht abschätzen. Es war aber auch mindestens eine Schulklasse zu Besuch. Das freut uns sehr.

Die Ausstellung erklärt die Zusammenhänge von Klima- und Wasserkrise sowie des Wirtschaftens und der Verfügbarkeit bzw. der Verschmutzung unseres Wassers. Ein genauerer Blick auf Seen, Flüsse, Meere und unser Grundwasser bringt aktuelle Probleme zur Sprache, bietet aber zugleich Handlungsmöglichkeiten.

Die regionalen Ausstellungsbanner mit dem Fokus Niedersachsen beleuchten Herausforderungen der Wasserkrise in unserem Bundesland. Was ist der „Niedersächsische Weg“ und was verbindet das „Blaue Band“? Wir schauen auf die Oberweser 2035, politische Lösungsansätze zum Gewässerschutz in Niedersachsen, die Bedeutung von Mooren für den Klimaschutz und Ideen, um selbst aktiv zu werden.

Weitere Informationen zur Ausstellung findest du hier.

Zur Lektüre empfehlen wir den Wasseratlas der Heinrich Böll Stiftung. Siehe hier!


Schwammstadt Buchholz

12.09.2026 – Workshop in Kooperation mit Sharon Myers, Klimaanpassungsmanagerin der Stadt Buchholz i.d.N.

Teich im Rathauspark

Nach einer kleinen Einführung ins Thema „Schwammstadt-Prinzip“ durch Frau Myers diskutierten wir mit zehn interessierten Teilnehmer:innen des Workshops, was wir tun können, damit Buchholz zu einer Schwammstadt wird.

In den angesetzten 1,5 Stunden konnten wir einige Umsetzungsideen und bekannte Best-Practice-Beispiele zusammentragen bzw. austauschen, die nach Konstituierung des neuen Stadtrats und Antritt des neuen Bürgermeisters an die Akteure aus der Lokalpolitik und Stadtverwaltung weitergegeben werden sollen.

Im Laufe des Workshops haben sich zudem vier Projektideen herauskristallisiert, die weiterverfolgt werden sollen, wenn es dafür genügend Interessierte gibt, die an der Umsetzung mitwirken wollen. Daher meldet euch bitte per E-Mail an info@buchholzzero.de bei uns, wenn ihr daran Interesse habt.

Die Projektideen sind:

  • Erarbeitung eines Forderungskatalogs an die Buchholzer Lokalpolitik und Stadtverwaltung
  • Aktionen mit Schulen in Kooperation mit Ehrenamtlichen
  • Innenstadtnahe Aktionsfläche als Vorzeigeprojekt abpflastern und umgestalten
  • Good Practice Beispiele im privaten Umfeld in geeigneter Form bekannt und erfahrbar machen

Besichtigung des Wasserwerks der Stadtwerke Buchholz i.d.N.

16.09.2026 – Führung durch das Wasserwerk vom technischen Leiter Lukas Kurth

Das Wasserwerk der Stadtwerke Buchholz versorgt ca. 13.000 Haushalte bzw. 27.000 Buchholzer:innen mit Trinkwasser. Lukas Kurth, technischer Leiter, führte uns durch das Wasserwerk und erläuterte die nötigen Schritte, um aus Rohwasser sauberes Trinkwasser zu machen. Alle rd. 40 Gäste waren überrascht, was alles in einem Wasserwerk zu tun ist, damit wir zu Hause nur den Wasserhahn aufzudrehen brauchen. Die Buchholzer:innen verbrauchen übrigens ca. 125 Liter Trinkwasser pro Tag und Person.

Lukas Kurth berichtete aber auch davon, dass der Grundwasserspiegel aufgrund des Klimawandels bereits um ca. zwei Meter gesunken ist. Besorgniserregend ist das bei uns jedoch noch nicht, weil wir hier relativ viel Grundwasser haben. Ggf. müsste man allerdings in ein paar Jahren etwas tiefer bohren als bei den jetzigen Brunnen.

Die Aufrufe zum Wassersparen in sommerlichen Hitzewellen haben leider bislang keinen signifikanten Effekt erzielt.

Hier ein paar Impressionen von der Besichtigung:


Grundwasser- und Gewässerschutz in der Nordheide

22.09.2026 – Vortrag von Gerhard Schierhorn, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Grundwasserschutz Nordheide (IGN) e.V., und Johanna Romberg, Vorstandsmitglied im NABU Hanstedt-Salzhausen e.V.

Klimawandel, häufigere Extremwetter und steigender Verbrauch lassen die Grundwasserspiegel der Nordheide, dem Quellgebiet u.a. von Luhe, Seeve und Este, immer weiter sinken. Wie wirkt sich das auf Natur, Fließgewässer und uns Menschen im Landkreis Harburg aus – und was muss geschehen, um unsere wertvollste Ressource nachhaltiger als bisher zu schützen?

Zudem wurden in der Vergangenheit Bäche und Flüsse begradigt und Böden entwässert, um die gewonnenen Flächen für die Landwirtschaft nutzbar zu machen. Wie korrigieren wir diese Sünden möglichst gut? 

Um diese Fragen drehte sich der Vortragsabend „Grundwasser- und Gewässerschutz in der Nordheide“ der beiden Referent:innen Gerhard Schierhorn (IGN) und Johanna Rombach (NABU).

Dabei erfuhren wir auch von der inzwischen nur noch selten vorkommenden Bachperlmuschel, die als Indikator für intakte Fließgewässern gilt und unter natürlichen Bedingungen auch 80 bis 100 Jahre alt werden kann.

Mit Frau Romberg und Herrn Schierhorn konnten wir zwei Menschen kennenlernen, die sich stark im Grundwasser- und Gewässerschutz unserer Nordheideregion engagieren. Herr Schierhorn wurde u.a. für dieses Engagement jüngst mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Siehe hier!

Download Vortrag von Herrn Schierhorn (3 MB)


Exkursion entlang des Steinbachs

26.09.2026 – Naturkundlicher Spaziergang mit Biologin Elisabeth Bischoff vom BUND Regionalverband Elbe-Heide e.V. entlang des Steinbachs

Unter Führung der Biologin Elisabeth Bischoff vom BUND Regionalverband Elbe-Heide e.V. ging es insgesamt fünf Kilometer zu Fuß entlang des Steinbachs. Wir starteten an der Brücke im Stadtwald und endeten beim Seppenser Friedhof.

Lisa Bischoff brachte uns den ökologischen Wert des Steinbachs näher und verdeutlichte uns, wie wichtig Naturschutz ist, um die vielfältige Flora und Fauna zu erhalten bzw. wieder zu erlangen. Der Steinbach ist da leider nicht in einem sehr guten Zustand.

In einigen Bereichen war der Steinbach trocken gefallen. Die wesentlichen Ursachen dafür sind die zunehmenden Wasserbedarfe durch eine wachsende Stadt Buchholz und die Landwirtschaft sowie die sich zuspitzende Klimakrise.

Wir danken der Segelkameradschaft Buchholz (SKB) für die Möglichkeit der Einkehr bei der Hälfte der Strecke.

Nach dreieinhalb Stunden Fußmarsch ging es dann bequem mit dem Buchholz Bus vom Seppenser Friedhof zurück zum Ausgangspunkt.


Abpflastern

2027 – Ausblick fürs kommende Jahr

Mit dem Abbau der Ausstellung am 30.09.2026 endet unser Themenmonat, aber noch nicht die Beschäftigung damit. Das Thema Schwammstadt in Kombination mit der Entsiegelung von Flächen möchten wir im kommenden Jahr unter dem Stichwort „Abpflastern“ zu einem Schwerpunkt machen. Wer daran mitwirken möchte, ist herzlich eingeladen. Schicke uns bei Interesse einfach eine E-Mail an info@buchholzzero.de und wir laden dich zu unserem nächsten Treffen ein.

Weiterführende Infos zur Inspiration: siehe hier und hier!